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Gedenken Kapp-Putsch 1920 in Gotha

Am 13. März 1920 putschten Angehörige der Reichswehr, Freikorps und notorische Monarchisten gegen die junge Weimarer Republik. Deutschland geriet an den Rand eines Bürgerkrieges. Freikorps-Soldaten marschierten mit Hakenkreuzen auf ihren Stahlhelmen, um die Regierung abzusetzen.

Reichswehrtruppen verweigerten den Befehl, Regierungsgebäude zu schützen, die Reichsregierung floh aus Berlin. SPD, USPD und KPD riefen zum General-streik auf – es wurde der größte Generalstreik in der deutschen Geschichte. Das komplette öffentliche Leben war lahmgelegt und der Putsch brach schon am 17. März zusammen.

Auch in Gotha begann am 13. März der Generalstreik. Arbeiter stürmten die Fliegerwerft und bewaffneten sich. Aus Erfurt rückte am 14. März Reichswehr gegen die Arbeiter an und es begannen bis zum 19. März andauernde schwere Kämpfe, bei denen im Gothaer Land insgesamt 72 Arbeiter ihr Leben ließen.

Am 17. März schoss aus dem Fenster des Gothaer Hauptpostamtes ein Maschinengewehrschütze auf die vor der Post wartende Menschenmenge. Arbeiter griffen daraufhin die Post, die Kasernen und die Fliegerwerft an und kontrollierten dann die Stadt.

Ab dem 21. März erfolgte ein massiver Anmarsch von Reichswehrtruppen und der Gothaer Vollzugsrat löste sich am 23. März freiwillig auf, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Durch bewaffnete Marburger Studenten wurden am 24. März in Thal bei Ruhla 15 Männer als angebliche Rädelsführer eines „roten Aufstandes“ verhaftet und am Morgen des 25. März zu Fuß nach Gotha gebracht. Alle 15 wurden nachein-ander zwischen Sättelstädt und Mechterstädt erschossen. Die Leichen blieben am Straßenrand liegen, die Mörder wurden später vor Gericht freigesprochen.

Wir werden am 25. März zusammen mit dem VVN – Bund der Antifaschisten und den Landtagsabgeordneten Kati Engel und Sascha Bilay in Mechterstädt auch an diese Toten gedenken.

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