

Ja, politisch hat sie sich hochgearbeitet diese LINKE. Ging sie lange Zeit vielen am A… - verlängertem Rücken – vorbei, ist sie heute ein fester Bestandteil des „Kopfes“. Das kann man daran erkennen, dass die politischen Grundthesen langsam aber sicher von den anderen Parteien übernommen werden, wenngleich man sie in andere Mäntelchen hüllt oder diese Übernahme schlichtweg bestreitet – wider besserem Wissens.
Nach dem Mindestlohn schlängelt und windet man sich nun um eine Afghanistan(-Rückzug)-Strategie und wird zumindest verlauten lassen, dass die Antikriegshaltung der LINKEN an sich unzeitgemäß sei, man aber jetzt den Zeitpunkt eines Ausstiegs ins Auge fassen könne.
Frohlocken bei den innerparteilichen Personalproblemen würde man gern zu Abwertung der LINKEN genutzt haben. Nun zeichnet sich eine Klärung ab, also wird man die Kandidaten der Doppelspitze auseinander nehmen oder in Widerspruch zu anderen stellen. Zielrichtung (in Freundlichkeit getarnt) Teilung der Linken zumindest in West und Ost und damit vielleicht sogar wieder Vertreibung aus dem Kopf.
Bleibt zu hoffen, dass allen rechten Abwegigkeiten zum Trotz, diesen Totsagern eine geschlossene LINKE verpasst wird.
Übrigens fände ich es gut, mit ERNST Frau Dr. LÖTZSCH für die LINKE zu einer neuen Spitze zu wählen. Das stände dem Kopf gut zu Gesicht.
Uwe Zerbst
Diese Kommunisten !!
Gibt es ein vernichtenderes Schimpfwort ?
Gerade im Jahr der Erinnerung an die jüngste deutsche Geschichte, an die DDR und alles, was verschiedene Menschen unterschiedlich an Erfahrungen gemacht haben, höre ich mit verächtlich herunter gezogenen Mundwinkeln vernichtend herausgeschossen aus Mündern, die wohl keine Erklärung zu geben in der Lage sind: „Diese Kommunisten!“
Es hat etwas von Hexenverbrennung. Wenn ich es mir durch den Kopf gehen lasse, habe ich eigentlich in der DDR keinen Kommunisten gesehen/gekannt. Selbst wahre Sozialisten gab es gewiss nur wenige. Meist wurden sie wie ein Schild vorgeschickt. Dahinter konnte man dann mitgehen, wenn es gut erschien oder sich gar lohnte, oder sich von ihnen distanzieren. Hatte man Letzteres verpasst, konnte man immer noch von „widerwillig“ sprechen.
Wer die heutigen LINKEN einfach als zurückgebliebene SED-ler sieht, als die ewig Gestrigen, als Kommunisten verteufelt, gesteht vielleicht allen anderen ein Angekommensein im heute und eine persönliche Weiterentwicklung zu – diesen Kommunisten aber nicht!
Zur Wendezeit sah ich im TV in Leipzig einen wohl 20-Jährigen ein Schild tragen „40 Jahre sind genug!“. Wenn man heute allein auf den jüngsten Parteitag der LINKEN die vielen jungen Leute gesehen hat, wirkt „die alten Kommunisten“ ebenso daneben gegriffen.
Uwe Barth (FDP) meinte zum Abstimmungsverhalten im dritten Wahlgang für das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten, dass es eine Entscheidung war zwischen Demokrat und Kommunist und da natürlich für die Demokratin gestimmt wurde.
Ja, man braucht nur zu sagen: „Kommunist!“ Das allein sagt alles! (?) – ohne es erklären zu müssen oder danach gefragt zu werden. Und wenn, dann verächtlich den Fragenden angucken, das ersetzt Erklärungen und gar echte Auseinandersetzung in der Sache.
Wer vernichtend „Kommunist“ verwendet, kann meines Erachtens auf keinen Fall ein „guter Christ“ sein. Was? Das ist nicht in einem Atemzug und gar so zu sagen? Ja, Kommunist- oder Christ-Sein ist sehr ähnlich, wenn man davon ausgeht, was dafür jeweils wahrhaft Eintretende wollen und tun. So kann man nicht eines von beiden verteufeln – und beides schon gar nicht!.
Uwe Zerbst