F O R U M

 Themenübersicht   Kinderschutz   Kinderarmut- So gehen wir mit unserer Zukunft um

Antwort schreiben | Suche

[ Vorherige Antwort ] [ Nächste Antwort ] [ Vorheriger Beitrag ] [ Nächster Beitrag ]

Beitrag von Sebastian Schreiner vom 02.11.2008 21:08   E-Mail senden

Kinderarmut- So gehen wir mit unserer Zukunft um

Kinderarmut- So gehen wir mit unserer Zukunft um

Fakten:
-Weltweit lebt die Hälfte der Kinder in Armut
-Europäische Union: 496 Millionen Menschen
78 Millionen Menschen unterhalb der Armutsschwelle
darunter 19 Millionen Kinder
-„In Deutschland wächst die Kluft zwischen den Kindern, die gesund, abgesichert und gefördert aufwachsen, und solchen, deren Alltag durch Hoffnungslosigkeit, Mangel und Ausgrenzung geprägt ist“ so UNICEF im Mai 2008
In Deutschland sind 2,5 Millionen Kinder von Armut betroffen.
-Thüringen: 70 000 Kinder in armen Verhältnissen
Das ist jedes 5. Kind im Freistaat, denen die Lippenbekenntnisse von Sozialministerin Lieberknecht nichts nützen.
-Zu den ca. 8200 Bedarfsgemeinschaften im Landkreis Gotha zählen 3800 Kinder.

Ursachen:
- Die Globalisierung fußt auf marktwirtschaftlichen und nicht auf humanitären Interessen. Dies bedeutet: Finanzmarkt vor Menschenrechten, Ausbeutung vor Solidarität
- Die konservative Familien- und Ausgrenzungspolitik stellt das Kind in Familie und Bildung hinten an. Zudem werden Kindern mit Migrationshintergrund zusätzliche Hindernisse auf ihren Weg aufgestellt.
- Mit Hartz IV wird Armut per Gesetz diktiert.
Für Kinder (unter 14 Jahren) wird ein Regelsatz von 2,62€ für Nahrungsmittel festgelegt. Zudem fördert Hartz IV Lohndumping und Arbeit unter Stress und Zwang; die Armut der Eltern kommt unmittelbar bei den Kindern an.
- Die Medien greifen das Thema Armut und speziell Kinderarmut viel zu wenig auf. Ihnen sind die Finanzmarktkrise und die Probleme der Automobilkonzerne wichtiger als Hunger, Ungerechtigkeit und Zukunftsangst.
Außerdem gibt es kein genaues Zahlenwerk, welches die Anzahl der in Deutschland lebenden Menschen in armen Verhältnissen wieder gibt.

Unverzichtbare Kinderrechten:
- Recht auf Bildung und gewaltfreie Erziehung
- Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit
- Recht auf Fürsorge und Demokratie
- Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt
- Recht auf Lebensraum, Ernährung und ökonomischer Grundbedarfe

Am 20. November 1990 trat die internationale UN- Kinderrechtskonvention in Kraft. Die Bundesregierung unterzeichnete die Konvention nur unter Vorbehalt.
(20. November= Internationaler Tag der Kinderrechte)

Lösungsansätze:
- langfristige Entwicklungshilfeprojekte, die Regulierung der globalen Märkte, die Durchsetzung der UN- Kinderrechte und eines Welternährungskonzeptes
- Abbruch der Kriegshandlungen im Nahen Osten, unter denen vor allem Kinder die Leidtragenden sind
- Rücknahme der Hartz IV- Gesetze und Aufbau eines neuen solidarischen Arbeitsmarktes (existenzsichernde Löhne, Tarifpflicht)
- Eine bundesweite demokratische Gemeinschaftsschule mit dem Recht auf Bildung (auch für Kita und Kiga); ungerechte Bildungschancen aufgrund sozialer Herkunft beseitigen
- Gesundes kostenfreies Mittagessen für alle Kinder und Jugendlichen (Möglichkeit kommunaler Finanzierung)
- Einführung der Kindergrundsicherung (vgl. Reader der Landtagsfraktion)
 Kindergeld + KGS =soziokulturelles Existenzminimum
 Aktualisierung „Warenkorb für Kinder und Jugendliche“
 KGS- Kommission
- Abbau der Einschränkungen für Menschen mit Migrationshintergrund (Gutscheinsystem abschaffen)
- Kommunalabgaben prüfen und sozial verträglich gestalten
- ÖPNV erhalten und weiterhin Sondertarife für Kinder und Jugendliche anbieten
- Optionskommune: mehr Einfluss des Kreises auf Fördermöglichkeiten für Betroffene

Resümee: Armut (ökonomisches Ungleichgewicht) ist mit dem ökologischen Ungleichgewicht das zentrale Problem der modernen Welt.
Auf unserer Erde gibt es eine Vielzahl von Armutsverhältnissen (Armut wird an den unterschiedlichen gesellschaftlichen Mindeststandards definiert).
Es stellt sich nicht allein die Frage: kapitalistische Barbarei oder demokratischer Sozialismus, um international das Elend zu bekämpfen, sondern, wir müssen regional uns überlegen, wie können wir konkret Armut besiegen. Dies bedeutet: alle vorhanden Möglichkeiten ausschöpfen (Kommunikation mit ARGEN) und Alternativen aufzeigen (siehe Lösungsansätze: Kommunalabgaben, Optionskommune, ÖPNV). Es gilt die Kommunikation mit Vertretern auf allen Ebenen zu suchen und gemeinsam zu handeln (z.B. auf Kreisebene mit Kreisjugendamt, Schulverwaltungsamt, ARGE).

Beiträge für das Thema "Kinderschutz"
Beitragstitel Verfasser Erstellt am
Kinderarmut- So gehen wir mit unserer Zukunft um
Sebastian Schreiner 02.11.2008 21:08
Seitenanfang | Textversion